Marie geht

Marie geht

Der Himmel ist ein einziger, schwerer, dunkelgrauer Mantel, der über diesem Hafen hängt. Er drückt die Luft zusammen, macht sie salzig und kalt. Ich stehe hier, an der Kante des Kais, und sehe zu, wie sie geht. Jeder Schritt von ihr auf dem nassen, moosbewachsenen...
Der Morgen danach

Der Morgen danach

Der Wind ist kalt, aber die Sonne brennt. Ein typischer Morgen hier, denke ich. Ich sitze am kleinen, runden Korbtisch, der noch nass vom Morgentau ist. Die Gabel liegt neben der Serviette, unberührt. Ich bin zu früh, wie immer. Beobachter. Das ist mein Job, mein...
Die Stufen von Montmartre

Die Stufen von Montmartre

Die Stufen sind nass. Ein feiner, kaum sichtbarer Nieselregen hat sich über die Stadt gelegt, der die Lichter der Laternen in lange, zitternde Streifen auf dem Stein zerfließen lässt. Es riecht nach feuchtem Asphalt und dem süßlichen Duft von nassem Laub, der aus...
Das ungewöhnliche Gespräch

Das ungewöhnliche Gespräch

Es ist ein Dienstag, und Dienstage haben was Graues an sich, egal wie die Sonne scheint. Der kleine Kiosk an der Ecke leuchtet wie ein Schiff in der Nacht mit seinen bunt gefüllten Auslagen und dem flackernden Neonschild, das mehr tot als lebendig ist. Die Zeitungen...
Die Schattenläufer

Die Schattenläufer

Ich renne durch die Stadt, nicht aus Angst, eher aus einer Art Notwendigkeit. So wie man manchmal Durst hat und trinken muss. Nur dass es eben Rennen ist. Die Straßen sind leer, aber nicht auf diese unheimliche Art, eher wie an einem Feiertag, wenn alle zuhause sind...
Der Regen, der blieb

Der Regen, der blieb

In einer Stadt ohne Namen, unter einem Himmel, der nie mehr aufklarte, fiel der Regen. Nicht in Strömen, nicht in Schauern – sondern stetig, in winzigen, silbrigen Tropfen, die weder kalt noch warm waren. Die Menschen nannten ihn den Stillregen, weil er kam, ohne zu...