Claire

Ich sitze in meinem Stammcafé. „Le Petit Rien“ – Der Name ist Programm. Alles hier ist ein bisschen wenig, ein bisschen nicht genug, als hätte jemand die Welt auf halbe Portion gestellt. Der Kaffee zu dünn, die Croissants zu klein, die Gespräche am Tresen wie abgeschnittene Sätze. Aber es ist nah und billig, und die Bedienung – Claire mit den endlosen Beinen – trägt immer ein Lächeln, als wäre das Leben in Moguéran nicht eine einzige, endlose Schleife aus grauen Tagen und salziger Luft.

„Noch einen?“ Sie nickt auf meine halb leere Tasse, ihre Stimme sanft wie die Morgenbrise.

„Lieber einen Roten, wenn du schon fragst.“

Sie hebt eine Augenbraue, die so perfekt geschwungen ist, dass sie in Paris auf jedem Laufsteg Neid auslösen würde. Aber Claire ist hier und wird hierbleiben, verwurzelt wie die knorrigen Pinien am Strand, wie ihre Mutter und deren Mutter davor. Und ich? Ich bin noch hier, weil … ja, weil. Manchmal sind die wichtigsten Fragen die ohne Antwort.

Roter Faden auf grauem Asphalt

Roter Faden auf grauem Asphalt

Ich stehe. Muss ich sagen. Die Füße sind schwer, der Asphalt zieht die Kälte hoch. Es ist diese Art von Licht, die alles grau macht, selbst das...

Neon-Atem

Neon-Atem

Ich stehe. Der Moment ist ein feuchter, kalter Film, der auf meiner Haut klebt. Es ist still, diese Art von Stille, die nur eine Millionenstadt um...

Salz auf der Zunge

Salz auf der Zunge

Der Himmel ist ein einziger, grauer Klumpen. Er hängt tief, so tief, dass ich ihn fast schmecke, dieses metallische, nasse Versprechen von mehr...

Der Abgrund im Bokeh

Der Abgrund im Bokeh

Es ist die unerbittliche, warme Täuschung dieser Lichter, die mich in die unendliche Weite des Nichts zurückwirft, ein Nichts, das nicht die...

Das Licht am Ende der Gasse

Das Licht am Ende der Gasse

Ich hocke hier unten, die Knie tun weh. Scheißegal. Die Welt ist gerade nur dieser nasse, kalte Steinboden und die Blätter. Ein großes, braunes Ding...

Pochen

Pochen

Die Luft liegt wie geronnenes Fett auf meiner Haut. Ich gehe, aber ich bewege mich nicht – die Stadt bewegt sich durch mich hindurch, ein träger...