Claire

Ich sitze in meinem Stammcafé. „Le Petit Rien“ – Der Name ist Programm. Alles hier ist ein bisschen wenig, ein bisschen nicht genug, als hätte jemand die Welt auf halbe Portion gestellt. Der Kaffee zu dünn, die Croissants zu klein, die Gespräche am Tresen wie abgeschnittene Sätze. Aber es ist nah und billig, und die Bedienung – Claire mit den endlosen Beinen – trägt immer ein Lächeln, als wäre das Leben in Moguéran nicht eine einzige, endlose Schleife aus grauen Tagen und salziger Luft.

„Noch einen?“ Sie nickt auf meine halb leere Tasse, ihre Stimme sanft wie die Morgenbrise.

„Lieber einen Roten, wenn du schon fragst.“

Sie hebt eine Augenbraue, die so perfekt geschwungen ist, dass sie in Paris auf jedem Laufsteg Neid auslösen würde. Aber Claire ist hier und wird hierbleiben, verwurzelt wie die knorrigen Pinien am Strand, wie ihre Mutter und deren Mutter davor. Und ich? Ich bin noch hier, weil … ja, weil. Manchmal sind die wichtigsten Fragen die ohne Antwort.

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