Stories
Zwischen Lichtern und Schatten
Ich stehe auf und bin plötzlich nicht mehr in meinem Zimmer, sondern in einem Korridor.
An den Wänden hängen Bilder, die sich bewegen, wenn ich nicht direkt hinsehe. Eine Art Stop-Motion-Film im Augenwinkel. Drehe ich den Kopf, erstarren sie wieder zu stumpfen Landschaften und fremden Gesichtern.
Im Meer
Ich träume von Wasser. Nicht vom Meer, nicht von einem See, sondern von einer überfluteten Stadt. Die Häuserreihen stehen bis zur Hälfte im Wasser, dunkelgrau und verlassen. Ich paddele in einem kleinen Schlauchboot durch die Straßen. Lautlos gleite ich dahin. Das Boot macht nicht das geringste Geräusch, nur manchmal schwappt das Wasser gegen die Hauswände. Ein dumpfes Glucksen.
Es regnet nicht. Der Himmel ist völlig klar.
Dann sehe ich das Licht. Ein warmes, gelbliches Flackern in einem der Fenster über der Wasserlinie. Ich paddle näher, schneller jetzt. Das Wasser macht Widerstand. Plötzlich wird es dickflüssiger, wie Sirup oder Öl.
Unter der Oberfläche
Ich schwimme. Das Wasser um mich herum ist klar wie Glas, aber dunkel. Irgendwie ist es gleichzeitig Tag und Nacht. Ich spüre die Kühle an meiner Haut, wie sie in meine Poren kriecht, mich durchdringt. Meine Arme bewegen sich wie von selbst, gleichmäßige Züge, die…
Verschwimmende Grenzen
Draußen ist es gleißend hell. Die Sonne steht hoch am Himmel, brennt auf den Asphalt. Die Luft flimmert über der Straße. Kein Mensch zu sehen. Alle verstecken sich in klimatisierten Räumen, hinter heruntergelassenen Rollläden. Nur ich bin draußen, schwitzend, geblendet vom Licht.
Zwischen Licht und Schatten
Ich falle. Falle in einen tiefen Brunnen, der keine Wände hat. Nur das Gefühl des Fallens. Die Luft zieht an meinen Wangen vorbei, kälter und kälter. Dann plötzlich stehe ich auf einem Marktplatz. Meine Füße berühren warmes Pflaster, die Sonne brennt auf meinen Kopf….
Die Schlüsselsammlung
Ich wache auf, und das ist schon das erste Problem. Bin mir sicher, dass ich gar nicht geschlafen habe. Trotzdem klingelt der Wecker, dieses penetrante Ding. Ich taste nach dem Knopf, aber meine Hand greift ins Leere, immer wieder. Der Ton wird lauter. Fuck.Als ich…
Das Archiv unter der Stadt
Ich stehe vor einem Abgrund. Nicht irgendeinem Abgrund, sondern einem verdammten Treppenhaus, das sich ewig nach unten windet. Spiralförmig. Wie ein aufgeschnittener Apfel, nur dass niemand den süßen Teil haben will. Meine Hand gleitet über das Metallgeländer, das…
Zähne
Ich träume, dass meine Zähne sich lösen. Erst wackelt einer, dann der nächste, bis ich sie im Mund hin und her schieben kann wie kleine Steine. Als ich in den Spiegel schaue, sehe ich die Lücken, schwarz und rot wie alte Wunden. Ich wache auf mit diesem metallischen…







