Sarah

Die Galerie liegt zwischen einem Antiquitätenladen und einem kleinen Café. „Tidemarks Gallery“ steht auf einem abgewetzten Holzschild, das sanft in der Brise schaukelt. Durch das große Fenster sehe ich Gemälde, die Licht einfangen und zurückwerfen. Ohne nachzudenken, drücke ich die Tür auf. Eine Glocke bimmelt leise.

Der Raum riecht nach Leinwand, Farbe und einer Spur von Räucherstäbchen. Nicht aufdringlich, nur ein Hauch, der sich mit dem Salzgeruch vermischt, den ich noch in der Nase habe. An den weiß getünchten Wänden hängen Gemälde des Meeres, aber nicht die typischen Postkartenmotive, die Touristen lieben. Diese hier zeigen das Meer in all seinen Stimmungen – wütend, sanft, geheimnisvoll.

Ich bleibe vor einem großformatigen Bild stehen. Es zeigt eine Welle, kurz vor dem Brechen. Der Künstler hat den Moment eingefangen, in dem sich das Wasser aufbäumt, durchscheinend und massiv zugleich. Ich spüre fast das Donnern in meinen Ohren.

„Die meisten Leute starren mindestens fünf Minuten auf dieses Bild, bevor sie was sagen.“ Die Stimme hinter mir klingt amüsiert.

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