Ich stehe. Muss ich sagen. Die Füße sind schwer, der Asphalt zieht die Kälte hoch. Es ist diese Art von Licht, die alles grau macht, selbst das bisschen Hoffnung, das man noch im Sack hat. Ein Himmel wie nasses Tuch.
Sie geht. Einfach. Vor mir. Dieses Rot in ihren Haaren, das ist der einzige Witz, der hier draußen noch funktioniert. Ein leuchtender Fehler in der Tristesse. Das Kleid ist zu kurz für diese Gegend, für diese Stunde. Aber das ist mir egal. Das ist mir wirklich scheißegal.
Ich höre nur das leise Knirschen ihrer Absätze auf dem rissigen Belag. Klick. Klick. Ein Rhythmus, der mir sagt: Weiter. Ich folge. Ich bin auf der Suche, das ist klar. Aber wonach, das ist die Frage, die ich mir spare. Es ist immer dasselbe.
Die Häuser rechts. Sie stehen da wie tote Zähne. Verlassene, bröselnde Fassaden, der Putz ist rosa und blättert ab, als hätte man sie vor Jahren vergessen, mitten im Satz. Leere Fensterhöhlen, die mich anstarren. Ich rieche den Dreck, feucht und alt, die Moder der Steine, die Kälte, die aus den Löchern kriecht. Kein Mensch. Nur wir.
Ein leichter Windzug streift mich, bringt diesen Hauch von Parfüm mit. Ein teurer, süßer Duft, der nicht hierher gehört. Er ist flüchtig, fast schon weg, bevor ich ihn richtig fassen kann. Ein Versprechen, das schon gebrochen ist. Oder bilde ich mir das nur ein?
Meine Handflächen sind rau. Ich spüre die Kette um mein Handgelenk, das kalte Metall. Ich fühle mich wie ein Anker, der sich selbst losgerissen hat. Ich bin müde, ja. Aber das ist unwichtig.
Sie geht weiter. Das Rot wird heller, fast glühend, wo das diffuse Licht von hinten durchbricht. Sie ist der rote Faden, den ich durch diesen grauen, toten Ort ziehe. Oder zieht sie mich?
Ich weiß, dass ich am Ende dieser Straße nichts finden werde, was bleibt. Nur die nächste leere Straße, die nächsten toten Häuser. Aber im Moment ist sie da. Und solange sie geht, gehe ich auch. Das ist meine Suche. Ein Schritt nach dem anderen, hinter dem einzigen Licht her, das ich gerade sehen kann.










