Tagebuch der Unrast

Zwischen Dämmerung und Papier entstehen meine Welten
Romane, die sich wie Träume anfühlen. Gedanken, die nachhallen. Geschichten, die fragen, was bleibt.
Ich schreibe, weil Worte manchmal näher an der Wahrheit sind als das, was wir sehen.
Meine Geschichten bewegen sich zwischen dystopischer Klarheit und traumhafter Unschärfe. Ich liebe das Unerklärliche – und die Momente, in denen Sprache plötzlich etwas sichtbar macht, das vorher nur Gefühl war.
Wenn du zwischen den Zeilen gern wanderst: Willkommen. Du findest hier Kurzgeschichten, Auszüge und Arbeitsversionen meiner Romane.
Die Architektur des Verfalls
Die Kälte, die mich umfängt, ist keine bloße Temperatur der Nacht, die sich in den feuchten, glänzenden Asphalt dieses Hinterhofs frisst, sondern die existenzielle Kälte selbst, die aus den tiefsten Rissen meiner Knochen aufsteigt und sich wie ein metallischer Geschmack, ein fauliger Hauch von Kupfer und Verzweiflung, auf meiner Zunge festsetzt, während mein Blick an der endlosen Gitterstruktur der Fabrikfassade hängenbleibt, deren tausend Fenster wie blinde, vernarbte Augen die Leere meiner inneren Landschaft widerspiegeln.
Nachtmarkt
Ich bin kein Körper mehr, nur eine stehende Verdichtung aus Kälte, ein Knoten aus Atem, der vergessen hat, wozu Lungen einst erfunden wurden, und die Straße unter mir ist kein Boden, sondern eine klaffende Haut, rissig, feucht, durchzogen von flackernden Narben aus Licht, die sich mir einbrennen wie fremde Erinnerungen, die nie die meinen waren.
Chronik des letzten Herzschlags
Wo das Wasser endet
Der Regen ist ein Arschloch. Er trommelt auf meinen Schädel, als wollte er mir den letzten klaren Gedanken aus dem Hirn prügeln. Jeder Tropfen ein kleiner, kalter Schlag. Die Straße ist kein Asphalt mehr, sondern ein träger, schlammiger Fluss, der alles verschluckt. Meine Schuhe sind längst durchnässt, ein unangenehmes, schwammiges Gefühl bei jedem Schritt. Scheißegal.
Necronomadica
Die Charaktere in diesem Buch sind Fiktion. Aber ihre Reisen sind real. Wir alle stehen an unseren eigenen Kreuzungen. Wir alle kämpfen mit unseren eigenen Geistern. Wir alle suchen nach einem Sinn in einer Welt, die oft sinnlos erscheint. Und wir alle müssen unsere eigene Entscheidung treffen: Geben wir auf, oder gehen wir weiter?
Dieses Buch ist meine Antwort auf diese Frage. Es ist ein Liebesbrief an die menschliche Fähigkeit, selbst im Angesicht der größten Dunkelheit einen Funken Hoffnung zu finden. Es ist eine Hommage an all die stillen, unsichtbaren Kämpfe, die wir jeden Tag führen. Und es ist ein Versprechen, dass wir nicht allein sind.
Im Echo der Stille
Der Boden ist kalt und feucht unter mir. Ein modriger Geruch steigt auf, eine Mischung aus nasser Erde, verrottendem Holz und dem kalten Schweiß von Betonwänden. Ich sitze hier, die Beine überkreuzt, und starre ins Licht. Es gibt zwei Lichter. Das eine, ein milchiger Schacht an der Decke, wirft einen fahlen Schein auf den Dreck um mich herum. Das andere, ein kleines, dreckverkrustetes Fenster, ist mein Horizont. Dahinter, kahl und knochig, die Äste eines Baumes, die wie Adern gegen einen grauen Himmel kratzen.
Die Kapuze meines Hoodies sitzt tief im Nacken, ein schützender Kokon in dieser Trostlosigkeit. Jeder Atemzug ist ein kleiner, weißer Nebel, der sich vor meinem Gesicht auflöst. Es ist still. Nicht die friedliche Stille eines Sonntagmorgens, sondern eine schwere, drückende Stille, die in den Ohren rauscht. Manchmal knackt ein Ast draußen im Wind, oder ein Tropfen fällt von der Decke und zerspringt in einer der Pfützen, die sich auf dem Boden gebildet haben. Das Geräusch ist wie ein Stein, der in einen tiefen See geworfen wird – die Kreise, die er zieht, sind meine Gedanken.
Ich bin auf der Suche, haben sie gesagt. Aber was suche ich hier, in diesem Loch? Antworten? Vergebung? Einen verdammten Ausweg? Die Wände starren zurück, ihre rissigen, schmutzigen Gesichter sind wie Landkarten von Orten, an denen ich nie war. Dunkle Schlieren ziehen sich herab, als hätte die Zeit selbst hier geweint.
Der Schrei
Stadt-ein-Kadaver-in-Neon
Der Asphalt glänzt nasskalt unter meinen Füßen, ein schwarzer Spiegel für das sterbende Licht des Tages. Die Luft schmeckt nach feuchter Erde und dem fernen, metallischen Geruch der Stadt – eine Mischung aus Regen und Rost. Ich stehe mitten auf der Straße, als wäre sie nur für mich gemacht. Ein seltsames Gefühl. Die Laternen werfen lange, orangefarbene Arme aus, die sich auf dem Boden winden wie hungrige Schlangen. Sie zischen leise, ein kaum hörbares Summen, das sich mit dem fernen Rauschen des Verkehrs vermischt.







