Tagebuch der Unrast

Zwischen Dämmerung und Papier entstehen meine Welten
Romane, die sich wie Träume anfühlen. Gedanken, die nachhallen. Geschichten, die fragen, was bleibt.
Ich schreibe, weil Worte manchmal näher an der Wahrheit sind als das, was wir sehen.
Meine Geschichten bewegen sich zwischen dystopischer Klarheit und traumhafter Unschärfe. Ich liebe das Unerklärliche – und die Momente, in denen Sprache plötzlich etwas sichtbar macht, das vorher nur Gefühl war.
Wenn du zwischen den Zeilen gern wanderst: Willkommen. Du findest hier Kurzgeschichten, Auszüge und Arbeitsversionen meiner Romane.
Die Zeit fordert Opfer
Unzureichend gedowned stolpere ich ins Freie, wo ich verstört nach Fassung suche, zwischen rasenden Autos und tieffliegenden Jets, die dicht über meinen Kopf schießen, der Sog hebt mich vorübergehend an, so dass sich meine Füße vom Asphalt lösen. Die mühsam entfaltete Ray Ban schützt meine Rezeptoren nur dürftig vor den sich tief in meine Netzhaut bohrenden Sonnenstrahlen. Die rächen sich mit einem bunten Feuerwerk.
Alter
Ich bin vom Alter infiziert, einer der schon nach Tod riecht und dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, in einer Welt leben will, in der die gemeinen Regeln der ‚Älteren‘ noch nicht gelten, in der das Dasein noch keine Geschichte ist, die stimmt, eine Welt in der alles noch geschehen muss, und die, weil es sich noch nicht ereignet hat, noch alle Formen annehmen kann, ganz einfach weil sie noch nicht wie die meine fertig ist.
Trennung
Die einzige Trennung, zu der ich fähig bin, ist das Verschwinden. Jeden Kontakt abbrechen, mich unauffindbar machen. Ohne ein Wort, ohne Erklärung, denn sobald ich etwas zu erklären versuche, ist es mit meiner Entschlossenheit vorbei.
Vergessenheit
Ich habe das Gefühl, dass meine Emotionen noch während sie ganz wunderbar sind, in ein Vakuum abgleiten. Und jeder kleine Moment von intensiver, aufflammender Schönheit …
Auf halbem Weg
Unsere Blicke treffen sich auf halbem Weg zwischen unseren Tischen. Sie scheint sich in Ihrer Runde auch nicht gerade wohlzufühlen. Ein kurzer Blick über die Gesellschaft …
Alles schöne …
Alles Schöne im Leben ist entweder unmoralisch, illegal oder es macht dick.
Das Zeug ist schlecht für dich“, hatte Clara gestern gesagt, die Tasse in der Hand, als wäre sie der heilige Gral. „Du trinkst das wie Wasser.“
„Vielleicht, weil Wasser langweilig ist“, hatte ich geantwortet und mir direkt noch einen eingeschenkt. Ironie: Heute früh fühlte sich mein Mund genau wie die Kaffeekanne an. Leer, bitter, unnötig.
Hommage to the very fine feminin girls from Venice
Nie zuvor war ich predestinierter ihnen nachzusehen, als damals. Nie zuvor sah ich schönere Bewegungen:
diese Eigentümlichkeit
des Anschmiegens
das Sich-Straffen
das Sich-Spannen
von Stoffen
an Körpern
an diesen wundervollen Frauen, bei denen selbst Schlitze, das plötzliche Auftauchen des Beines, mich fast von der Vespa stürzen ließ.
Überleben
Wenn du begreifst, dass du alleine bist auf der Welt, der Weg der Einsamkeit lang ist, dann ist es einfacher zu überleben.
- « Previous
- 1
- …
- 40
- 41
- 42





