Tagebuch der Unrast

Zwischen Dämmerung und Papier entstehen meine Welten
Romane, die sich wie Träume anfühlen. Gedanken, die nachhallen. Geschichten, die fragen, was bleibt.
Ich schreibe, weil Worte manchmal näher an der Wahrheit sind als das, was wir sehen.
Meine Geschichten bewegen sich zwischen dystopischer Klarheit und traumhafter Unschärfe. Ich liebe das Unerklärliche – und die Momente, in denen Sprache plötzlich etwas sichtbar macht, das vorher nur Gefühl war.
Wenn du zwischen den Zeilen gern wanderst: Willkommen. Du findest hier Kurzgeschichten, Auszüge und Arbeitsversionen meiner Romane.
Denn er weiß nicht was er tut!
Wir verlieren Welten und gewinnen Nichts.
Und dieses Nichts freut und dermaßen,
dass wir die verlorenen Welten darüber vergessen.
Bar jeder wirklichen Leidenschaft, weder für eine Sache noch eine Person, noch eine Idee; unfähig oder nicht willens, mich unter gleich welchen Umständen zu offenbaren, ist es mir gelungen, mich vom Leben fernzuhalten, jeglichen Eintauchen in den Daseinsstrom vermeidend; bin ich im tiefsten, im unabänderlichen Sinn ein Unsichtbarer.
In dieser an Premieren so armen Zeit
Liebe Heide, ->(das liebste habe ich mir a.G. Deines Briefes verkniffen)
in dieser an Premieren so armen Zeit: (na ja nicht ganz – gestern hat eine Freundin die von mir gezeugte Zwillinge abgetrieben) nun also doch – wir schreiben uns -> kommunizieren schriftlich. Schade nur, dass dies mit diesem von Dir implizierten finalen Duktus passieren musste.
Im Grunde Unverschämtheiten
Jean Cocteau oder ein anderer französischer Feingeist, Andre Gide, Henry de Montherland oder vielleicht auch Sascha Guitry, hat das Problem, 'Takt' im Sinne der herrschenden gesellschaftlicher Normen definieren zu sollen, feinstens durchdacht und wie folgt ziseliert...
Liebe Veronika
Liebe Veronika, … liebe Veronika?, …, ja, liebe Veronika, …
einen längeren Augenblick musste ich das erst einmal so stehen lassen, die beiden Worte ansehen und sie glauben. Liebe Veronika. Viele Briefe an Dich fangen so an. Öfter schrieb ich allerdings: Meine liebe Veronika. Nun gut, jetzt habe ich es im Kopf oft genug rekapituliert. Und begriffen: Ich tu’s! Ich schreibe an Dich.
Santorini

Geisterlicht
die Hügel liegen im Himmel
weiße Hütten
angeschmiegt
gleißen im Strahl
Fantasie
Die Welt um uns ist nicht existent. Weder Farbe noch Form, Licht und Schatten oder Temperatur existieren wirklich. Die Welt ist eine Ansammlung von elektromagnetischen Schwingungen. Unser Gehirn, gestützt durch seine Sensoren, macht sie zur Welt, in der wir leben. Die Welt findet im Gehirn statt. Sie ist ein Fantasieprodukt unseres Geistes. Die Straße ist laut und lebendig, aber ich nehme sie kaum wahr. Menschen, Autos, Hunde – alles zieht vorbei wie ein schlecht gemachter Film. Ich gehe, ohne ein Ziel zu haben, lasse mich einfach treiben. Irgendwann lande ich in einem kleinen Park, setze mich auf eine Bank und öffne die Flasche. Der Wein schmeckt schal, aber das ist mir egal. Ich trinke, schaue den vorbeigehenden Menschen zu und denke an Lena. An ihren roten Mantel, ihre rauchige Stimme, die Art, wie sie die Welt mit einem einzigen Blick entwaffnet.

Mit einem geschenkten Maul beißt man keinen Gaul.