Tagebuch der Unrast

Alexander Strasser

Zwischen Dämmerung und Papier entstehen meine Welten

Romane, die sich wie Träume anfühlen. Gedanken, die nachhallen. Geschichten, die fragen, was bleibt.

Ich schreibe, weil Worte manchmal näher an der Wahrheit sind als das, was wir sehen.
Meine Geschichten bewegen sich zwischen dystopischer Klarheit und traumhafter Unschärfe. Ich liebe das Unerklärliche – und die Momente, in denen Sprache plötzlich etwas sichtbar macht, das vorher nur Gefühl war.
Wenn du zwischen den Zeilen gern wanderst: Willkommen. Du findest hier Kurzgeschichten, Auszüge und Arbeitsversionen meiner Romane.

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Zuflucht

Der Geruch von verbranntem Toast hängt immer noch in der Luft. Ich hab versucht, das Fenster zu öffnen, aber der Rahmen klemmte. Typisch für diese Wohnung. Alles klemmt. Türen, Fenster, die verdammten Schubladen. Wahrscheinlich klemmen sogar die Rohre. Ich hab mal gehört, dass die Wände in alten Häusern alles aufsaugen: Gerüche, Geräusche, Erinnerungen. Vielleicht saugt meine Wohnung auch Menschen an. Oder hält sie fest.

Das Wort zum Wochenende

  Wenn die Vergangenheit anruft, geh nicht dran. Sie hat dir nichts Neues zu sagen…… Das Licht ändert sich, wird weicher, wärmer, und ich denke, dass es Momente wie diesen sind, die bleiben. Wie der Geruch von nassem Gras oder der Geschmack von kaltem Kaffee. Dinge, die nichts bedeuten und doch alles ausmachen.

Träume in der Seele

Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann.

Das Ding mit den Träumen ist ja, dass sie immer irgendwie schiefhängen. Wie ein Poster an der Wand, das mit Klebeband befestigt ist – Anfangs noch straff, irgendwann biegt sich der Rand nach vorne, und du weißt, es dauert nicht mehr lange, bis das ganze Ding runterfällt.

Sex ist das Thema von Anbeginn bis zum Ende aller Zeiten

Wir redeten lange, und irgendwann hörte ich auf, ihre Worte zu zählen. Sie erzählte von einem Typen – natürlich – und von einem Job, den sie fast bekommen hätte. „Fast“ war Annas Lieblingswort. Es war, als hätte sie sich darin eingerichtet, immer knapp daneben zu liegen, wie ein Kind, das beim Spielen nie richtig trifft, aber trotzdem nicht aufhören kann.

Irgendwann war die Flasche leer, und Anna hatte Tränen in den Augen. Ich wollte etwas sagen, etwas, das die Situation irgendwie leichter machen würde, aber die Worte blieben mir im Hals stecken. Also saß ich einfach da und ließ sie reden, ließ sie alles ausspucken, was sie offensichtlich schon viel zu lange mit sich herumtrug.

ROMA

Für den Rest des Jahres wünsche ich Dir noch alles Gute, Liebe und Schöne, nebst alle dem, was Du Dir wünschst.

Tach auch! Wie geht’s Dir? Ich leide ein bisschen, – wenn ich ein Hund wäre, würde ich sagen, an Bellverhaltung; da ich aber Dein humaner Zeitkorrespondent bin – , am Mitteilungsaufschub.

Worauf wartest du? - Träume!