Tagebuch der Unrast

Zwischen Dämmerung und Papier entstehen meine Welten
Romane, die sich wie Träume anfühlen. Gedanken, die nachhallen. Geschichten, die fragen, was bleibt.
Ich schreibe, weil Worte manchmal näher an der Wahrheit sind als das, was wir sehen.
Meine Geschichten bewegen sich zwischen dystopischer Klarheit und traumhafter Unschärfe. Ich liebe das Unerklärliche – und die Momente, in denen Sprache plötzlich etwas sichtbar macht, das vorher nur Gefühl war.
Wenn du zwischen den Zeilen gern wanderst: Willkommen. Du findest hier Kurzgeschichten, Auszüge und Arbeitsversionen meiner Romane.
Der Klang des Zerfalls
Die Stadt war ein gieriges Tier, schwer atmend unter der Last ihrer eigenen Abfälle, während der Regen – säuerlich wie verdorbener Wein – auf die zerfurchten Betonwangen der Hochhäuser prasselte. Ich stand, nein, ich kauerte, unter einer halb zerfetzten Markise, deren zerbröckelte Farben wie die Erinnerung an eine verlorene Jugend wirkten, und starrte auf das Flimmern der Neonlichter, die in den Pfützen zuckten wie sterbende Insekten. Es roch nach verbranntem Plastik und alter Angst, eine Mischung, die sich seit Wochen nicht aus meiner Nase vertreiben ließ. Die Luft war dick und elektrisch, als ob ein Orkan kurz vor seiner Geburt stünde, doch stattdessen kam nur der müde Schleier einer weiteren Nacht.
Der Atem der Geister
Der Wind war keine Brise, kein Luftzug, sondern ein keuchender Atem, der die Welt verschlang – schneidend, unbändig, undurchdringlich. Er riss die Oberfläche des Meeres auf, als wollte er es zerreißen, bloßlegen, ein Inneres hervorholen, das längst vergessen war: Salz, faulige Gischt, das süßlich-kranke Aroma von Verwesung, das nur das Wasser so mühelos konservieren konnte.
Der Wald, die Felsen, ein Himmel wie Asche
Es begann mit einem Schlag, dumpf und unfassbar, als hätte das Universum einen Herzschlag ausgesetzt. Ich stand da – oder saß ich? – inmitten dieses formlosen Raums, den sie Wald nennen, obwohl er längst mehr einem Massengrab glich: Stämme wie gebrochene Knochen, Moos wie Schorf, der sich über die Wunden der Erde gelegt hatte. Die Luft roch nach Moder und Angst, und über mir wölbte sich der Himmel in einer Farbe, die kein Name zu beschreiben vermochte. Es war nicht Grau, nicht Schwarz, sondern ein Schweben dazwischen, eine Textur aus verrottendem Licht.
Die Zeit als Wunde
Es begann mit dem Geräusch – dieses dumpfe, gleichgültige Summen, das weder wirklich laut noch wirklich leise war, sondern in einer Frequenz vibrierte, die irgendwo tief im Inneren das Trommelfell der Seele anschnitt. Ich hielt inne, mitten auf der Kreuzung, während die Lichter der Ampeln – Rot, Grün, Gelb, Rot – wie ferne Explosionen durch die feuchte Dunkelheit pulsierten. Der Asphalt unter meinen Füßen dampfte noch von einem kurzen Regen, als hätte die Stadt versucht, sich selbst zu reinigen, nur um in der nächsten Sekunde wieder in ihren eigenen Dreck zu tauchen.
Fluss aus Staub
Zwischen deinen Händen,
ein Atemzug –
fremd und still,
wie die Schatten
unter dem Schaufelrand.
Eine Stimme zerschellt,
in der Kehle des Steins,
der Fluss, der alles trägt,
hat keinen Namen.
Du gehst mit geschlossenen Augen,
die Wege sprechen,
nicht in Licht,
sondern in Erosion.
Die Stadt, ein Kadaver in Neon
Aber sie war da, diese tickende Uhr, die mir in den Sinn kam, ein mechanischer Vorwurf gegen die eingefrorene Zeit. Sekunden tropften wie Öl aus einer zerbrochenen Maschine, jeder Klang schepperte, ein Zeichen der Fragilität meines Daseins. Es könnte der Kater des Vorabends gewesen sein, oder die Welt selbst – der Unterschied schien unbedeutend.
when the lights

Seems like just yesterday

Seems like just yesterday, you were a part of me I used to stand so tall, I used to be so strong Your arms around me tight, everything it felt so right Unbreakable, like nothing could go wrong No, I can′t breathe, no, I can’t sleep I′m barely hanging on





