Nullzohne

Nullzohne

Nachtlinien Es fängt mit einem Flackern an. Immer. Die Lichter an der Wand flimmern nicht einfach, sie zucken – als würde jemand da oben nervös mit dem Strom spielen. Wie ein nervöser Gott mit zittrigen Fingern. Ich bleibe stehen. Warte. Die Leute um mich herum tun...
Die Archivarin

Die Archivarin

Staubstunden Ich sitze wieder an diesem Ort. Der Wind weht nicht, aber die Geräusche bleiben – splitterndes Glas irgendwo im Obergeschoss, das Knacken von Beton, der sich langsam aufgibt. Ich weiß nicht, wie lange ich schon hier bin. Tage? Wochen? Vielleicht war ich...
Echo ohne Ursprung

Echo ohne Ursprung

Stimmbruch Ich höre sie, noch bevor ich sie sehe. Diese Rhythmik aus Schritten – zu gleichmäßig, zu entschlossen. Keine streifenden Sohlen, kein Zögern. Das sind keine Menschen, das sind Stillwächter. Ich ducke mich hinter die zerschlagene Kirchenmauer, atme durch die...
Unter dem Staub

Unter dem Staub

Flimmern Ich höre das Summen zuerst. Nicht laut, nicht drohend. Nur dieses elektrische Zittern in der Luft. Wie ein altes Licht, das sich nicht entscheiden kann, ob es leben oder sterben will. Kael hockt neben mir, stützt die Ellenbogen auf die Knie. Seine Jacke ist...
Die Untenbleiber

Die Untenbleiber

Zement und Splitter Ich zähle die Stufen. Nicht weil ich’s muss. Sondern weil sie da sind. Siebenunddreißig. Dann kommt der Absatz mit dem gesprungenen Ziegel, wo’s bei Regen reinläuft. Heute regnet’s nicht. Aber ich hör’s trotzdem tropfen...
Das letzte Licht

Das letzte Licht

Die Stadt, die nichts mehr erinnert Der Regen fällt lautlos. Kein Tropfen berührt den Boden. Die neue Luft – steril, programmiert – lässt ihn verdampfen, bevor er aufschlägt. Alles ist still. Sogar der Asphalt scheint vergessen zu haben, wie es klingt, wenn Schritte...