Im Echo der Stille

Der Boden ist kalt und feucht unter mir. Ein modriger Geruch steigt auf, eine Mischung aus nasser Erde, verrottendem Holz und dem kalten Schweiß von Betonwänden. Ich sitze hier, die Beine überkreuzt, und starre ins Licht. Es gibt zwei Lichter. Das eine, ein milchiger Schacht an der Decke, wirft einen fahlen Schein auf den Dreck um mich herum. Das andere, ein kleines, dreckverkrustetes Fenster, ist mein Horizont. Dahinter, kahl und knochig, die Äste eines Baumes, die wie Adern gegen einen grauen Himmel kratzen.

Die Kapuze meines Hoodies sitzt tief im Nacken, ein schützender Kokon in dieser Trostlosigkeit. Jeder Atemzug ist ein kleiner, weißer Nebel, der sich vor meinem Gesicht auflöst. Es ist still. Nicht die friedliche Stille eines Sonntagmorgens, sondern eine schwere, drückende Stille, die in den Ohren rauscht. Manchmal knackt ein Ast draußen im Wind, oder ein Tropfen fällt von der Decke und zerspringt in einer der Pfützen, die sich auf dem Boden gebildet haben. Das Geräusch ist wie ein Stein, der in einen tiefen See geworfen wird – die Kreise, die er zieht, sind meine Gedanken.

Ich bin auf der Suche, haben sie gesagt. Aber was suche ich hier, in diesem Loch? Antworten? Vergebung? Einen verdammten Ausweg? Die Wände starren zurück, ihre rissigen, schmutzigen Gesichter sind wie Landkarten von Orten, an denen ich nie war. Dunkle Schlieren ziehen sich herab, als hätte die Zeit selbst hier geweint.

Ich schließe die Augen, nur für einen Moment. Der Geruch wird intensiver. Ich rieche den Winter, die Kälte, die sich durch die Ritzen frisst. Ich spüre die raue Oberfläche des Betons unter meinen Fingerspitzen, als ich eine Hand ausstrecke. Es ist eine seltsame Art von Trost, diese Härte. Etwas, das nicht nachgibt. Anders als alles andere.

Ein Luftzug streicht über meinen Nacken. Kalt und schneidend. Ich öffne die Augen wieder und blicke auf das Fenster. Das Licht dort draußen ist ehrlich. Es verspricht nichts, was es nicht halten kann. Nur einen weiteren grauen Tag. Und doch sitze ich hier und warte. Ich weiß nicht, worauf. Vielleicht darauf, dass sich in den kahlen Ästen ein Blatt zeigt. Vielleicht darauf, dass die Stille endlich etwas sagt. Oder vielleicht suche ich einfach nur nach dem Gefühl, das entsteht, wenn man ganz unten ist und merkt, dass der einzige Weg nach oben führt. Aber im Moment ist da nur dieser kalte Boden, das fahle Licht und das leise, beständige Tropfen, das den Takt meines verlorenen Herzens schlägt.

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