Die Luft schmeckt nach Kupfersulfat und verbranntem Haar. Ich stehe in der Geometrie des Zusammenbruchs, wo die Straße nicht mehr Straße ist, sondern eine Wunde, die sich durch das Fleisch der Stadt frisst. Der Nebel hängt wie geronnenes Licht zwischen den Ruinen, eine milchige Suspension aus Staub und Zeit, und ich atme ihn ein, spüre, wie er sich an meinen Alveolen festsetzt, kleine Kristalle des Verfalls, die in meinem Blut zu zirkulieren beginnen.
Ein metallisches Pochen beginnt hinter meinen Schläfen, synchron zum stummen Rhythmus dieser zerstörten Welt. Ich schiebe mich weiter, ein Schritt nach dem anderen über den Asphalt, der sich wie verbrannte Haut aufgeworfen hat. Unter meinen Sohlen knirscht eine Schicht aus pulverisiertem Glas und etwas, das im dämmrigen Licht wie versteinertes Fett glänzt.
Links von mir ragt das Skelett eines einst stolzen Gebäudes in den dunstigen Himmel; die verbogenen Stahlträger sind gebrochene Rippen, die nun das Nichts umarmen. Fetzen von Isoliermaterial wehen daran wie nekrotisches Gewebe im Wind, der hier nicht weht, sondern zieht – ein stetiger Sog in das Zentrum der Zerstörung.
Es gibt hier keine Stille. Es gibt nur ein dröhnendes Abwarten. Manchmal knackt das Fundament der Stadt unter der eigenen Last, ein Geräusch wie zerspringende Knochen in großer Tiefe. Ich lecke mir über die trockenen Lippen und der Geschmack intensiviert sich – nicht nur Kupfer, sondern die bittere Elektrizität von Dingen, die abrupt aufgehört haben zu funktionieren. Ich bin kein Besucher mehr in dieser Geometrie; ich spüre, wie ich langsam zu einem ihrer Winkel werde, assimiliert von der Chemie der Katastrophe.










