Gedanken
Zuflucht

Der Geruch von verbranntem Toast hängt immer noch in der Luft. Ich hab versucht, das Fenster zu öffnen, aber der Rahmen klemmte. Typisch für diese Wohnung. Alles klemmt. Türen, Fenster, die verdammten Schubladen. Wahrscheinlich klemmen sogar die Rohre. Ich hab mal gehört, dass die Wände in alten Häusern alles aufsaugen: Gerüche, Geräusche, Erinnerungen. Vielleicht saugt meine Wohnung auch Menschen an. Oder hält sie fest.
Das Wort zum Wochenende
Wenn die Vergangenheit anruft, geh nicht dran. Sie hat dir nichts Neues zu sagen…… Das Licht ändert sich, wird weicher, wärmer, und ich denke, dass es Momente wie diesen sind, die bleiben. Wie der Geruch von nassem Gras oder der Geschmack von kaltem Kaffee. Dinge, die nichts bedeuten und doch alles ausmachen.
Träume in der Seele
Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann.
Das Ding mit den Träumen ist ja, dass sie immer irgendwie schiefhängen. Wie ein Poster an der Wand, das mit Klebeband befestigt ist – Anfangs noch straff, irgendwann biegt sich der Rand nach vorne, und du weißt, es dauert nicht mehr lange, bis das ganze Ding runterfällt.
Sex ist das Thema von Anbeginn bis zum Ende aller Zeiten
Wir redeten lange, und irgendwann hörte ich auf, ihre Worte zu zählen. Sie erzählte von einem Typen – natürlich – und von einem Job, den sie fast bekommen hätte. „Fast“ war Annas Lieblingswort. Es war, als hätte sie sich darin eingerichtet, immer knapp daneben zu liegen, wie ein Kind, das beim Spielen nie richtig trifft, aber trotzdem nicht aufhören kann.
Irgendwann war die Flasche leer, und Anna hatte Tränen in den Augen. Ich wollte etwas sagen, etwas, das die Situation irgendwie leichter machen würde, aber die Worte blieben mir im Hals stecken. Also saß ich einfach da und ließ sie reden, ließ sie alles ausspucken, was sie offensichtlich schon viel zu lange mit sich herumtrug.
Denn er weiß nicht was er tut!
Wir verlieren Welten und gewinnen Nichts.
Und dieses Nichts freut und dermaßen,
dass wir die verlorenen Welten darüber vergessen.
Bar jeder wirklichen Leidenschaft, weder für eine Sache noch eine Person, noch eine Idee; unfähig oder nicht willens, mich unter gleich welchen Umständen zu offenbaren, ist es mir gelungen, mich vom Leben fernzuhalten, jeglichen Eintauchen in den Daseinsstrom vermeidend; bin ich im tiefsten, im unabänderlichen Sinn ein Unsichtbarer.
Im Grunde Unverschämtheiten
Jean Cocteau oder ein anderer französischer Feingeist, Andre Gide, Henry de Montherland oder vielleicht auch Sascha Guitry, hat das Problem, ‚Takt‘ im Sinne der herrschenden gesellschaftlicher Normen definieren zu sollen, feinstens durchdacht und wie folgt ziseliert…
‚Tal der Tränen‘
Im diachronen Dialog durch den Tag stelle ich fest, dass sich in Nadines Augen erstmals so etwas wie Zuversicht eingenistet hat. Langsam kann sie sich vorstellen, mit uns beiden könnte doch noch alles gut werden. Was ich denke, ist: Ob es gut wird, ist schwer vorauszusagen. Aber es hat alle Anlagen dazu. Also, packen wir’s an!
Der Wert eines Menschenlebens

