Der Strandkorb und das Meer

Ich stehe hier, wo der Sand noch trocken ist, und sehe ihr zu. Der Wind ist lau, aber er trägt den Geruch von Salz und nassem Tang, dieser scharfe, ehrliche Geruch, der immer nach Ankunft riecht. Es ist diese späte Nachmittagssonne, die alles in ein Gold taucht, das fast wehtut. Ein Licht, das man nicht festhalten kann, genau wie diese Momente.

Sie geht barfuß, glaube ich, oder in sehr leichten Schuhen, die man kaum sieht. Ihr Kleid, dieses helle, fast rosafarbene Ding, weht kaum. Sie hält diesen roten Korb in der Hand, ein knalliger Akzent gegen das ganze Blau und Gold. Was sie wohl darin hat? Irgendetwas, das sie hierhergebracht hat, etwas, das sie wieder mitnehmen wird. Ein Anker in dieser flüchtigen Szene.

Das Wasser kommt in kleinen, müden Wellen, schäumt kurz auf und zieht sich dann wieder zurück. Es klingt wie ein ständiges, leises Versprechen, das nie ganz eingelöst wird. Zisch, zisch. Das ist das einzige Geräusch, abgesehen vom fernen, dumpfen Rauschen der Stadt da drüben, hinter der kleinen Insel mit dem Felsen. Häuser, dicht gedrängt, wie sie es immer sind. Ein Ort, wo andere Leute warten.

Ich bin allein, wie so oft. Es ist keine Traurigkeit, eher eine Gewohnheit, eine Art, die Welt zu sehen, ohne abgelenkt zu sein. Der Sand unter meinen Füßen ist warm, fast heiß. Ich spüre die kleinen, harten Körner, die sich in die Haut drücken. Ein Gefühl, das bleibt, wenn der Rest verblasst.

Sie geht weiter, immer dem Saum der Welle nach. Sie wird gleich um die Biegung verschwinden, dort, wo die Schatten der Häuser länger werden. Ich mache keine Anstalten, ihr zu folgen. Ich bin nur der Beobachter, der Typ, der hier steht und sich fragt, ob sie weiß, wie gut sie in dieses Bild passt. Wie sie die Stille bricht und sie gleichzeitig tiefer macht.

Ich atme tief ein. Salz, Tang, ein Hauch von Sonnencreme, den der Wind von irgendwoher trägt. Es ist gut hier. Es ist ruhig. Und in dieser Ruhe liegt diese leichte Melancholie, dieses Wissen, dass der Moment gleich vorbei ist. Aber er war da. Und das ist alles, was zählt. Ich lasse meinen Blick über das weite, unendliche Blau gleiten. Ein paar Bojen tanzen draußen, kleine, weiße Punkte. Sie markieren etwas, das ich nicht sehen muss. Ich sehe nur das Meer. Und das reicht. Immer.

Roter Faden auf grauem Asphalt

Roter Faden auf grauem Asphalt

Ich stehe. Muss ich sagen. Die Füße sind schwer, der Asphalt zieht die Kälte hoch. Es ist diese Art von Licht, die alles grau macht, selbst das...

Neon-Atem

Neon-Atem

Ich stehe. Der Moment ist ein feuchter, kalter Film, der auf meiner Haut klebt. Es ist still, diese Art von Stille, die nur eine Millionenstadt um...

Salz auf der Zunge

Salz auf der Zunge

Der Himmel ist ein einziger, grauer Klumpen. Er hängt tief, so tief, dass ich ihn fast schmecke, dieses metallische, nasse Versprechen von mehr...

Der Abgrund im Bokeh

Der Abgrund im Bokeh

Es ist die unerbittliche, warme Täuschung dieser Lichter, die mich in die unendliche Weite des Nichts zurückwirft, ein Nichts, das nicht die...

Das Licht am Ende der Gasse

Das Licht am Ende der Gasse

Ich hocke hier unten, die Knie tun weh. Scheißegal. Die Welt ist gerade nur dieser nasse, kalte Steinboden und die Blätter. Ein großes, braunes Ding...

Pochen

Pochen

Die Luft liegt wie geronnenes Fett auf meiner Haut. Ich gehe, aber ich bewege mich nicht – die Stadt bewegt sich durch mich hindurch, ein träger...