Denn er weiß nicht was er tut!

Wir verlieren Welten und gewinnen Nichts.

Und dieses Nichts freut und dermaßen,

dass wir die verlorenen Welten darüber vergessen.

Bar jeder wirklichen Leidenschaft, weder für eine Sache noch eine Person, noch eine Idee; unfähig oder nicht willens, mich unter gleich welchen Umständen zu offenbaren, ist es mir gelungen, mich vom Leben fernzuhalten, jeglichen Eintauchen in den Daseinsstrom vermeidend; bin ich im tiefsten, im unabänderlichen Sinn ein Unsichtbarer.

Die Welt prallt von mir ab, zerschellt an mir, bleibt zuweilen an mir hängen – aber nie dringt sie zu mir durch.

Es ist das Fehlen eines Zentrums, der Mangel an Haltepunkten in meinem rastlosen, unvertäuten Dasein, und dieses Fehlen eines Zentrums macht mich zum ewigen Außenseiter, zu einem Touristen in meinem eigenen Leben. Ich habe nie das Gefühl einen festen Platz haben zu können.

Es ist mir nie möglich, da zu sein, wo ich bin. Ich bin immer irgendwo anders, zwischen hier und da. Aber niemals richtig hier. Und niemals richtig da.

Für mich, der ich das Leben nur an der Oberfläche erträglich finde, ist es ganz natürlich, wenn ich mich damit zufrieden gebe, den anderen nicht mehr als diese Oberfläche zu bieten. Da sind nur wenige Ansprüche zu erfüllen, und Engagement ist nicht erforderlich.

Ich verfüge über annähernd unbegrenzte Fähigkeiten mich „Leuten“ zu entziehen. Da die Sphäre der anderen für mich unwirklich ist, unternehme ich meine Ausflüge dorthin mit einem Teil meiner selbst, den ich für gleichermaßen unwirklich halte, mit einem zweiten Ich, das ich als Schauspieler ausgebildet habe, der mich in der schalen Komödienwelt der Allgemeinheit vertreten muss.

Die wuchernde, völlig verwirrende Kraft des Widerspruchs. Ich verstehe, dass jede Tatsache von der nächsten aufgehoben wird, dass jeder Gedanke einen gleichwertigen, aber entgegengesetzten erzeugt. Unmöglich, irgendetwas ohne Vorbehalte zu sagen: es ist gut, beziehungsweise es ist schlecht; sie ist dies, beziehungsweise sie ist das.

Orte und Bilder als Katalysatoren für die Erinnerung an andere Orte und Bilder: Dinge Ereignisse, die verschütteten Artefakte meines Lebens.

Ich bin kein monogamer Mensch?

In Real bin ich out of order

-> Denn er weiß nicht was er tut!

Ich ficke aus demselben Grund, aus dem andere Männer trinken (tue ich auch): um meinen Kummer zu ersäufen, um meine Sinne zu betäuben, um mich selbst zu vergessen.

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