Das Licht am Ende der Gasse

Ich hocke hier unten, die Knie tun weh. Scheißegal. Die Welt ist gerade nur dieser nasse, kalte Steinboden und die Blätter. Ein großes, braunes Ding klebt direkt vor meiner Nase, feucht und modrig. Ich atme tief ein. Das ist der Geruch von Herbst, von altem Laub und dem bisschen Abgas, das die Sonne noch nicht weggebrannt hat. Es riecht nach Ende und nach Anfang zugleich.

Die Straße zieht sich ewig, ein Tunnel aus alten Steinen. Links und rechts saufen die Fassaden das letzte Licht auf, sind schon blau, fast schwarz im Schatten. Die Kälte kriecht hoch, zieht an den Knöcheln. Aber ich starre nur nach vorne.

Da ist es. Das Licht. Es brennt am Ende der Gasse, so tief und orange, dass es wehtut, wenn man hinsieht. Es ist nicht warm, nur hell. Es spiegelt sich in den Pfützen, die zwischen den Pflastersteinen stehen, macht die Nässe zu Gold. Ein paar Autos stehen da hinten, ein paar Leute gehen langsam. Sie sind nur Silhouetten, unwichtig.

Ich bin auf der Suche. Was genau, weiß ich nicht. Ist es ein Ort? Eine Antwort? Oder nur ein Gefühl, das ich verloren habe, irgendwo zwischen dem letzten Sommer und diesem nassen Dreck hier? Ich muss da durch, durch diesen feuchten Teppich aus Laub. Jeder Schritt wird knirschen, wird leise platschen. Es ist ein Geräusch, das niemand hört, außer mir.

Ich stehe auf. Die Lässigkeit ist nur Fassade, der Magen zieht sich zusammen. Hunger? Oder nur die Angst, dass hinter diesem blendenden Licht nichts ist als die nächste, noch längere, noch kältere Straße. Egal. Ich gehe jetzt. Ein Fuß vor den anderen. Immer dem Gold entgegen. Vielleicht ist das Suchen selbst die Sache, die ich finden muss.

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