Es ist – fast – alles gesagt.

1:33 Das vorläufig noch Unaussprechliche war ohnehin vollständig im Ausgesprochenen enthalten. -> Wie etwa, dass es ’nur‘ um S., L. … & mich geht, und nicht so sehr um mich und meine postmoderne Lebens mitte(l)krise. -> Apropos letztere: Ich habe zu verstehen gegeben, dass – ausgesprochen! – ich meinen BTM-Abusus vorrangig als Über-Lebensmittel sehe. Dramatisch fände ich dabei, dass der so zum Prinzip – oder besser – zum Problem permanenter Praktizierung gewordene Konsum mich allen Erfahrungen nach über kurz oder lang vernichten werde bzw. vernichten müsse.

Was gäbe ich um einen Whisky!

 

Ebenda. um 3.05 Uhr. Hallo, ihr Karten, habt ihr mich eingeholt? Mich, der sich den Hang zum Obskuratismus abspricht? Mich, der vor der tarotischen Nähe zur Wahrheit so erschrocken ist? Mich, dem die Karten und Träume Sätze in den Mund gelegt haben gleich diesem: Wie konntest Du denn nur annehmen, dass ich das alles für Dich aufgeben würde? Mich, der sich in seiner Angst vor dem letzten Fehler zu einer verbalen Ungeheuerlichkeit wie: Wenn das mit uns schief geht, schlage ich mich tot. hinreißen ließ.

Mich … wer ist das überhaupt? Der Mann schlimmhin! Sagte jedenfalls eine Freundin. Deine Briefe sind völlig egozentriert. sagte sie am gleichen Tag. Das hast Du schon mal H. Miller gemeinsam. Alter Spruch, aber einmal mehr zutreffend: Verbindliches kann ich nur zu mir selber sagen. Was is? Ich hör nix! Ich denke, also … was denn nun?

Vorher werde ich Dir die Hausschlüssel, zusammen mit diesem Brief, auf den Schreibtisch gelegt haben. Mit der Bitte, sie vorübergehend für mich aufzuheben.

Möchtest Du mitkommen? Ich weiß nicht, ob ich das jetzt ernst meine. Aber der Gedanke hat erst mal ‚was.

Ebenda. 4.00 Uhr. Die Nacht ist so gut wie kaputt. Und ich bin es ebenso. Heute ist wieder ein neuer Tag. Da ist es eine Schande, wie ich die Zeit vergeude. Heute ist der 1. Tag vom Rest Deines Lebens angebrochen. Der 1.? Dass ich nicht lache.

 

Meine Basisangst geht nicht weg. Ich wusste gar nicht, dass ich so ein Angsthase sein kann. Dabei weiß ich noch nicht einmal genau, wovor ich eigentlich Angst habe. Ja doch, vor dem Fehler, dem letzten, den man macht. Und dazu habe ich ja ein paar sehr qualifizierte Alternativen zur freien Auswahl. Nichts tun versus Handeln. To do or not to do. Dolibidido!

 

Mit zunehmender Erschöpfung kommt mir die Ernstigkeit

abhanden. – Aber dann doch nicht für länger.

 

Mein Gott! Was soll ich nur tun?

 

Beten? Um Erleuchtung bitten?

No more signs, please!

Verdammt. Ich bin alles selber schuld.

Schuldig werden durch Handeln – Prinzip der Tragödie.

Schuldig werden durch Unterlassen – Prinzip des

falschen Verzichts.

Jeder zahlt drauf? Wenn ja, warum dann auch ausgerechnet ich nicht?

Wenn ich hier vom Balkon springe, verstauche ich mir

allenfalls den Knöchel (, und dann stehe ich ohne

Schlüssel vor der Tür).

Damit bin ich dann wieder bei den Schlüsseln.

Wenn Du sie am Montag, dem kommenden, noch hast, dann musst Du sie behalten. Andernfalls – mich am Hals.

Guten Morgen (ich weiß, wie Du das hasst), Liebe.

Ich fürchte, Deine Nacht war genauso beschissen wie meine. Ein paar von diesen Nächten wird es noch geben. Aber es sind nicht mehr viele. So oder so nicht. Und über die Bedeutung von ‚fällig‘ und ‚überfallig‘ sind wir uns ja sowieso schnell einig gewesen.

Du, ich kann jetzt nicht mehr. Und tschüs.

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