Der Abgrund im Bokeh

Es ist die unerbittliche, warme Täuschung dieser Lichter, die mich in die unendliche Weite des Nichts zurückwirft, ein Nichts, das nicht die Abwesenheit von allem ist, sondern die schreckliche Gewissheit, dass alles Seiende, einschließlich dieses zitternden Ichs, nur eine flüchtige, zufällige Ansammlung von Atomen ist, die sich weigert, ihre eigene Absurdität anzuerkennen. Wie kann die Wahrnehmung, dieses fragile, fehlerhafte Instrument, das die verschwommenen Goldkreise im Hintergrund zu einem tröstlichen Versprechen von Geborgenheit formt, gleichzeitig die scharfe Klinge sein, die den Schleier der Bedeutungslosigkeit zerschneidet und mir die unerträgliche Leere hinter dem Schein offenbart? Meine Hände, ineinander verschränkt wie zwei verzweifelte Fremde, suchen nach der verlorenen Kontur eines Selbst, das sich im Augenblick der Erkenntnis aufzulösen beginnt, dessen Grenzen porös werden und in die Dunkelheit übergehen, die nicht draußen, sondern tief in den Kammern des Bewusstseins selbst wohnt.

Jede Faser dieses Pullovers, jede Sommersprosse auf meiner Haut, jeder Atemzug, der die Luft mit der Illusion von Leben füllt, ist ein Paradoxon, ein trotziger Akt des Seins gegen die überwältigende, logische Notwendigkeit des Nicht-Seins, das wie ein stiller, unbeweglicher Ozean unter der dünnen Eisschicht der Realität lauert. Ich starre in die Ferne, doch was ich suche, ist nicht am Ende des Raumes, sondern am Ende der Zeit, in jenem unbestimmten Moment, in dem die Bedeutung, die wir so mühsam aus dem Chaos destilliert haben, wie ein Tropfen Wasser auf heißem Stein verdampft und nur die ungeschminkte, kalte Tatsache der Gleichgültigkeit des Universums zurücklässt. Bin ich die Beobachterin oder das Beobachtete, das Subjekt, das die Krise erlebt, oder nur das Objekt, das in diesem warmen, goldenen Licht ausgestellt wird, eine Skulptur der Verzweiflung, deren einziger Zweck es ist, die Frage nach dem Warum zu stellen, obwohl die Antwort, das gähnende Nichts, bereits in der Frage selbst eingeschlossen liegt? Der Zerfall meiner Identität ist kein plötzlicher Bruch, sondern ein langsames, methodisches Entschlüpfen, ein feiner Sand, der durch die Finger rinnt, während ich versuche, die Essenz dessen festzuhalten, was ich gestern noch zu sein glaubte, bevor diese unerträgliche Klarheit über mich hereinbrach.

Roter Faden auf grauem Asphalt

Roter Faden auf grauem Asphalt

Ich stehe. Muss ich sagen. Die Füße sind schwer, der Asphalt zieht die Kälte hoch. Es ist diese Art von Licht, die alles grau macht, selbst das...

Neon-Atem

Neon-Atem

Ich stehe. Der Moment ist ein feuchter, kalter Film, der auf meiner Haut klebt. Es ist still, diese Art von Stille, die nur eine Millionenstadt um...

Salz auf der Zunge

Salz auf der Zunge

Der Himmel ist ein einziger, grauer Klumpen. Er hängt tief, so tief, dass ich ihn fast schmecke, dieses metallische, nasse Versprechen von mehr...

Das Licht am Ende der Gasse

Das Licht am Ende der Gasse

Ich hocke hier unten, die Knie tun weh. Scheißegal. Die Welt ist gerade nur dieser nasse, kalte Steinboden und die Blätter. Ein großes, braunes Ding...

Pochen

Pochen

Die Luft liegt wie geronnenes Fett auf meiner Haut. Ich gehe, aber ich bewege mich nicht – die Stadt bewegt sich durch mich hindurch, ein träger...