Der Asphalt glänzt nasskalt unter meinen Füßen, ein schwarzer Spiegel für das sterbende Licht des Tages. Die Luft schmeckt nach feuchter Erde und dem fernen, metallischen Geruch der Stadt – eine Mischung aus Regen und Rost. Ich stehe mitten auf der Straße, als wäre sie nur für mich gemacht. Ein seltsames Gefühl. Die Laternen werfen lange, orangefarbene Arme aus, die sich auf dem Boden winden wie hungrige Schlangen. Sie zischen leise, ein kaum hörbares Summen, das sich mit dem fernen Rauschen des Verkehrs vermischt.
Mein Mantel klebt mir an den Schultern, schwer und klamm. Ein beschissener Tag, aber der Himmel brennt jetzt, als wollte er sich für alles entschuldigen. Ein letztes Aufbäumen in Orange und Gold, bevor die Nacht alles verschluckt. Die Hochhäuser am Horizont ragen wie rostige Skelette in den Abend, ihre Fenster sind leere Augenhöhlen. Verdammt, diese Stadt kann schön sein, wenn man nur lange genug hinsieht. Wenn man den Dreck und den Lärm für einen Moment ausblendet.
Ich ziehe den Rauch tief in meine Lungen. Er wärmt kurz, bevor er wieder in die Kälte entweicht. Jeder Atemzug ist ein kleiner, weißer Geist, der vor meinem Gesicht tanzt und sich dann auflöst. Genau wie die Gedanken in meinem Kopf. Ich bin auf der Suche, sagen sie. Aber wonach? Vielleicht nach diesem einen Moment, in dem alles stillsteht. In dem die Welt den Atem anhält und man nur das eigene Herz schlagen hört. Ein dumpfer, stetiger Rhythmus in der Brust.
Ein Auto steht verlassen am Straßenrand, ein dunkler Klotz in der Dämmerung. Die Bäume daneben sind kahl, ihre Äste krallen sich in den Himmel wie dürre Finger. Es ist ein Bild der Verlassenheit, und doch fühle ich mich nicht allein. Es ist, als würde die ganze Stadt mit mir warten. Auf irgendetwas. Auf ein Zeichen, einen Ton, ein Wort. Aber da ist nichts. Nur das Licht, das langsam verglüht, und die Stille, die immer lauter wird. Und ich mittendrin, ein Fremder in meiner eigenen Haut, der einfach nur dasteht und atmet.










