Der Geruch von altem Holz und abgestandenem Bier klebt in der Luft, ein schwerer, ehrlicher Duft, der sich in die Dielen gefressen hat. Ich stehe hier, die Hände auf dem rauen Tresen, und starre in das gleißende Nichts am Ende des Raumes. Es ist das „Le Petit Rien“, das „kleine Nichts“, und der Name ist heute Programm.
Die Sonne draußen muss brennen, aber hier drinnen ist es kühl, fast kalt. Ein stiller, dunkler Hafen. Das Licht, das durch die beiden Fenster im Hintergrund bricht, ist kein freundliches Leuchten, es ist ein Schleier, der alles dahinter verschluckt. Es sieht aus wie eine Bühne, auf der gleich etwas Wichtiges passieren wird, oder gerade etwas Wichtiges zu Ende gegangen ist.
Ich höre nur das leise Knistern der alten Holzbalken über mir und das ferne, dumpfe Geräusch von Verkehr, das es nicht ganz durch die dicken Mauern schafft. Und dann ist da dieses andere Geräusch, das mich hierhergebracht hat: das leise, unregelmäßige Klirren von Glas.
Dort hinten, im Gegenlicht, stehen sie. Zwei Silhouetten, mehr nicht. Eine Gestalt, die sich über den Tisch beugt, und eine andere, die auf einem Hocker steht, fast so, als würde sie gleich verschwinden. Ich weiß, dass eine davon Claire ist. Ich bin mir fast sicher. Aber die Dämpfe und das Licht machen sie zu Schemen, zu einem Rätsel, das ich nicht lösen kann, solange ich hier stehe.
Meine Suche ist kein Krimi, kein Drama. Es ist nur dieses ständige Gefühl, dass mir ein Detail fehlt. Ein Wort, ein Blick, eine Erklärung, die alles wieder zusammenfügt. Ich bin nicht auf der Suche nach einem Schatz, sondern nach einem Anker.
Ich atme tief ein. Der Rauch, der eben noch in der Mitte des Raumes hing – vielleicht nur Staub, der im Licht tanzt, vielleicht der Dunst eines alten Kaminfeuers – hat sich fast verzogen. Ich muss mich bewegen. Ich muss zu ihr hinüber.
Ich schiebe mich vom Tresen ab. Die Holzbohlen unter meinen Füßen knarren leise, ein verräterisches Geräusch in dieser Stille. Es ist ein lakonischer Moment, dieser Gang über den leeren Boden. Ich gehe auf das Licht zu, auf die Intimität dieser zwei Figuren, die ich störe.
Was, wenn sie es nicht ist? Was, wenn ich wieder nur einem Schatten nachgelaufen bin?
Egal. Ich gehe weiter. Meine Hand streift die glatte, kalte Oberfläche eines leeren Tisches. Ich fühle die Spannung in meiner Brust, dieses unterschwellige, leicht frustrierte Pochen. Ich will nur wissen, ob sie mir sagen kann, wo ich hin muss. Oder ob sie selbst der Ort ist, den ich gesucht habe. Ich gehe auf das Licht zu, auf das kleine Nichts, in dem vielleicht alles liegt. Es ist der einzige Weg.










