Zwischen Ranken und Ruinen

Carla zog Zoe hinter sich her, barfuß über den feuchten Asphalt. Die Stadt war längst zugewachsen, verschlungen von Ranken, deren Blätter im Schein der untergehenden Sonne fluoreszierten. Wo einst Menschen lebten, hörte man jetzt nur das Summen der Insekten, das Knacken der Wurzeln, die sich durch Beton fraßen.

„Hier lang“, flüsterte Carla. Ihre Stimme hallte von den gläsernen Fassaden wider, als würden Geister ihr Echo tragen.

Zoe hielt inne. „Glaubst du wirklich, dass es ihn noch gibt – den Kern?“

Carla nickte. „Er hat überlebt. Wie wir.“

Zwischen zwei eingestürzten Türmen führte ein schmaler Pfad zu einem alten Aufzugsschacht. Dort, so sagten die alten Funkgeräte, lebte der letzte Rest der Stadt, tief unter der Erde – gespeist von einem Generator, der nie erlosch.

Die Tür öffnete sich zischend. Dunkelheit. Und dann: das Surren von Licht.

Zoe griff nach Carlas Hand. „Was, wenn wir uns irren?“

„Dann haben wir wenigstens gesucht.“

Und sie stiegen hinab, in die Tiefen der übergrünten Stadt, dort, wo Hoffnung leise blühte – zwischen den Wurzeln des Vergessens.

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