Giulia

Ich blickte auf und sah sie. Dunkle Augen, die direkt in meine schauten. Ein Lächeln, das nicht aussah wie das eines Menschen, der den ganzen Tag fremde Leute bedient. Ihr Haar war zu einem losen Knoten gebunden, ein paar Strähnen hatten sich gelöst und fielen ihr ins Gesicht. Sie trug ein einfaches weißes Hemd und eine schwarze Hose, aber irgendwie sah es an ihr aus wie etwas Besonderes.

„Äh, ja“, stammelte ich und versuchte, mich an irgendetwas Italienisches zu erinnern. „Ein Glas Rotwein? Vino rosso?“

Sie lachte. Nicht höhnisch, sondern warm. „Sie können auch Deutsch sprechen. Ich verstehe es. Oder Englisch, wenn Ihnen das lieber ist.“

Ihre Stimme hatte einen leichten Akzent, der die Worte weicher machte. Ich spürte, wie sich etwas in mir entspannte, dass seit Monaten verkrampft gewesen war.

„Deutsch ist gut“, sagte ich und fühlte mich plötzlich verlegen, als hätte sie mich bei etwas Peinlichem erwischt. „Ein Glas Rotwein wäre schön. Und vielleicht können Sie mir etwas zum Essen empfehlen? Ich bin nicht gerade ein Experte für italienische Küche.“

„Überlassen Sie es mir“, sagte sie und zwinkerte. Dann war sie weg, zwischen den anderen Tischen verschwunden wie ein Geist.

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