Sarah

Die Galerie liegt zwischen einem Antiquitätenladen und einem kleinen Café. „Tidemarks Gallery“ steht auf einem abgewetzten Holzschild, das sanft in der Brise schaukelt. Durch das große Fenster sehe ich Gemälde, die Licht einfangen und zurückwerfen. Ohne nachzudenken, drücke ich die Tür auf. Eine Glocke bimmelt leise.

Der Raum riecht nach Leinwand, Farbe und einer Spur von Räucherstäbchen. Nicht aufdringlich, nur ein Hauch, der sich mit dem Salzgeruch vermischt, den ich noch in der Nase habe. An den weiß getünchten Wänden hängen Gemälde des Meeres, aber nicht die typischen Postkartenmotive, die Touristen lieben. Diese hier zeigen das Meer in all seinen Stimmungen – wütend, sanft, geheimnisvoll.

Ich bleibe vor einem großformatigen Bild stehen. Es zeigt eine Welle, kurz vor dem Brechen. Der Künstler hat den Moment eingefangen, in dem sich das Wasser aufbäumt, durchscheinend und massiv zugleich. Ich spüre fast das Donnern in meinen Ohren.

„Die meisten Leute starren mindestens fünf Minuten auf dieses Bild, bevor sie was sagen.“ Die Stimme hinter mir klingt amüsiert.

Roter Faden auf grauem Asphalt

Roter Faden auf grauem Asphalt

Ich stehe. Muss ich sagen. Die Füße sind schwer, der Asphalt zieht die Kälte hoch. Es ist diese Art von Licht, die alles grau macht, selbst das...

Neon-Atem

Neon-Atem

Ich stehe. Der Moment ist ein feuchter, kalter Film, der auf meiner Haut klebt. Es ist still, diese Art von Stille, die nur eine Millionenstadt um...

Salz auf der Zunge

Salz auf der Zunge

Der Himmel ist ein einziger, grauer Klumpen. Er hängt tief, so tief, dass ich ihn fast schmecke, dieses metallische, nasse Versprechen von mehr...

Der Abgrund im Bokeh

Der Abgrund im Bokeh

Es ist die unerbittliche, warme Täuschung dieser Lichter, die mich in die unendliche Weite des Nichts zurückwirft, ein Nichts, das nicht die...

Das Licht am Ende der Gasse

Das Licht am Ende der Gasse

Ich hocke hier unten, die Knie tun weh. Scheißegal. Die Welt ist gerade nur dieser nasse, kalte Steinboden und die Blätter. Ein großes, braunes Ding...

Pochen

Pochen

Die Luft liegt wie geronnenes Fett auf meiner Haut. Ich gehe, aber ich bewege mich nicht – die Stadt bewegt sich durch mich hindurch, ein träger...