Die Regenläuferin

Der Regen hatte aufgehört, aber die Stadt tropfte noch. Aus den Dachrinnen, den Schirmen, den Stimmen derer, die zu spät unterwegs waren.
Sie trat in eine Pfütze, sah, wie das Licht der Straßenlaternen darin zerfloss – gold, blau, grau – und fragte sich, ob Erinnerungen wohl genauso verblassen.

In ihrer rechten Hand hielt sie den Zettel. Die Tinte war verlaufen, doch die Adresse blieb lesbar. Einmal tief Luft holen, dann weiter.
Autos glitten vorbei, als hätten sie nichts mit ihr zu tun. Hatten sie auch nicht.

Die Straße bog nach links, und irgendwo dahinter, hinter dem blauen Dunst, lag die Tür, an die sie klopfen musste.
Sie spürte, wie ihr Herz lauter wurde als der Regen.

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